AURUM VANITAS
Vernissage 22. Januar 2026 19 Uhr
23. Januar bis 10. Mai 2026
Seit 2023 beschäftigt sich Christian Manss intensiv mit der Frage, wie Landschaft in der Malerei erzeugt wird – als Wahrnehmungsraum, nicht als Abbild. Seine Gemälde entstehen ohne fotografische oder reale Vorlage. Die dargestellten Topografien sind Erfindungen: Möglichkeitsräume, die durch das Zusammenspiel von Fläche und Farbe sowie Bewegung und Unterbrechung entstehen.
Der Künstler arbeitet mit weichen, teilweise transparenten Schichtungen, lässt Farbe ansetzen, verlaufen – und interveniert dann radikal. Eine zentrale Intervention innerhalb des Malprozesses ist das gezielte Wegspülen von Farbe und zwar nicht als zerstörerischer, zufälliger Akt, sondern als konzeptioneller Schritt: Christian Manss nutzt Wasser, um bestimmte Schichten bewusst zurückzunehmen, neue Räume zu öffnen und den Bildgrund erneut durchscheinen zu lassen. So erzeugt er Bildflächen, die in ein Spannungsfeld zwischen Aufbau und Auflösung geraten.
Diese Methode verbindet sich mit der Integration von abstrakten, oft geometrischen oder blockartigen Elementen, die in die Imagination der Landschaft eintreten. Sie führen ein Eigenleben: sie markieren, irritieren oder rhythmisieren. Auf diese Art und Weise entsteht eine dialektische Spannung zwischen Fläche und Geste, zwischen Aufbau und Erosion, zwischen Bild und Bildhaftigkeit.
Die Titel der Bilder – etwa „Das letzte Tal, dann nur noch Gipfel“, „Schwarz ist die See“, „Tief im Glas verliert das Klopfen seinen Klang“ – verstärken den Eindruck, dass es sich hier nicht um konkretes Gelände handelt, sondern um begriffliche Anker. Sie sind Angebote zur Interpretation. Christian Manss selbst spricht von „Erinnerungsmaterial“ – etwas, das jedem zur Verfügung steht und doch keine feste Verankerung hat.
Indem der Künstler in seinen Bildern keine realen Orte zeigt, sondern Bildräume erzeugt, die zwischen realer Anmutung und Suggestion oszillieren, verweist er auf die Möglichkeit, Landschaft nicht als gegebene Wirklichkeit zu betrachten, sondern als Konstruktion – als Denkbild.
Seine Malerei ist dabei weder nostalgisch noch rein konstruktiv. Sie schwingt zwischen Geste und Struktur, zwischen Flüchtigkeit und Substrat, zwischen Fläche und Raum – und nicht zuletzt zwischen der Sehnsucht nach Natur und dem Bewusstsein über ihre Konzeption.
Somit sind diese Werke mehr als Bilder: Sie sind Angebote zum Betrachten, Erinnern und Verwerfen. Orte, die existieren und zugleich verschwinden. Einmal betreten, entziehen sie sich schon wieder – wie die Unschuld.
Öffnungszeiten:
Di – So / Feiertage: 10:00 – 18:00
Fr: 10:00 – 19:00
Städtische Galerie
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden
MOBILISTAN DOCUMENTARY ONLINE
The film traces the first official state tour of Mobilistan across European borders in the turbulent and uncertain Covid pandemic summer of 2021.
The documentary film "Mobilistan" by Ana Stanic and produced by Natasha Davis. The film has been commissioned by Counterpoints Arts as part of Across Borders initiative and realised in collaboration with Allianz Kulturstiftung. Mobilistan is the first ever mobile state limited to the space of a single vehicle. An art project dealing with the issues of mobility, territorial limits, marginalisation, freedom to travel and the desire to belong. The state is the limousine and the limousine is the state, whose territory can only be entered or exited through the doors of the vehicle. This does not, however, preclude Mobilistan from having its own flag, anthem and passport.
Follow the state leaders on red carpets from Berlin to Dresden, Prague, Vienna, Zagreb, Sofia, Istanbul, Wroclaw, Krakow and Solingen. Did it all go smoothly? Did the state ever run out of oil? Did it encounter any climate challenges and did any neighbouring state leaders offer help or support? All diplomatic blunders and successes, planned or improvised, hidden or displayed, are revealed in the film, alongside the onlookers’ thoughts and observations, and a few surprises. Mobilistan performance and tour were realised in cooperation with Allianz Kulturstiftung.
A new body of work from my series “Of the Innocence in the Landscape” began to take shape in May and June during my residency at “Arty Roc” in Antibes, France. Over the summer, an entire suite was created in my studio in Dresden.
art karlsruhe 20. – 23. Februar 2025
NSTTTZRWHRKRFTZRSTZNG(alias Galerie Marek Kralewski)
Christian Manss (One-Artist-Show)

Echtzeit - Neue Kunstwerke für die Sammlungen der Stadt Dresden
26. Okt 24 — 21. Apr 25
Städtische Galerie Dresden
Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden
Why should public museums collect art? Certainly – to enable as many people as possible to participate in aesthetic experiences and cultural education.
But all art collections in museums are also repositories of memory for the social community – they are the collective memory of our society. Artworks can offer views of our world or open up insights into our society. Sometimes they simply provide a commentary, or they reveal an entirely new world to us. In this way, museums are places where you can discover a multitude of realities. Every exhibition offers a wealth of new perspectives, inviting you into spaces of thoughtful reflection. These spaces are called poetry and insight, dialogue and discussion, humor and sensuality, as well as memory and history. Step inside! You will be able to discover at least 35 different worldviews.

FICTION
Christian Manss
15.9.24-2.5.25
Oberüber Karger
Devrientstraße 11
01067 Dresden
Scheinbar vertraut wirken die Landschaften, die der Künstler Christian Manss in seinen Bildern zeigt, auf die Betrachter. Oftmals meint man, bekannte Topografien, Panoramen und Sehnsuchtsorte zu erkennen – und dennoch haben sie keine realen Vorbilder, sondern sind der Fantasie des Künstlers entsprungen. Mit anderen Worten: fiktiv. Bei den Ausstellungsstücken, die bei Oberüber Karger zu sehen sind, spielt Christian Manss mit einer breiten Palette landschaftlicher und geometrischer Formen. Sanfte Hügel treffen auf scharfkantige, wie Fremdkörper wirkende Elemente, Goldtöne kontrastieren mit grellen Farben. Die Werke fordern die Betrachter heraus, ihre eigenen Referenz- und Erlebnisräume einzubringen und im Fiktiven das ihnen Bekannte wiederzufinden.

Topographie der Sehnsucht – Auf den Spuren Caspar David Friedrichs
Klosterhof 2
01796 Pirna
Unter dem Titel „Topographie der Sehnsucht – Auf den Spuren Caspar David Friedrichs“ ist vom 31. August bis 3. November 2024 eine Sonderausstellung im StadtMuseum Pirna zu sehen. Die illustre Schau, kuratiert von Maren Marzilger, widmet sich der heutigen Auseinandersetzung mit der Zeit des Künstlers und findet sich im einzigartigen Spannungsbogen zwischen früherer Romantik und dem Realismus unserer Epoche wieder. Vier begleitende Veranstaltungen bilden das Rahmenprogramm dieser Sonderausstellung.
Join us on our STATE VISIT TOUR 2024
MOBILISTAN - an art project by Christian Manss & Manaf Halbouni
Manaf Halbouni and Christian Manss declared the first mobile state in the world in the limited space of a vehicle on September 15th, 2021 in Berlin.
Our project MOBILISTAN is to be understood as a purely ART PROJECT dealing with issues of mobility, territorial limits, recognition, marginalization, freedom to travel and the desire to belong. Mobilistan is established on the area of a state limousine, thus forming the territory that can be entered or exited through the doors of the vehicle. Mobilistan has its own flag, anthem and passport. There are four permanent residents of Mobilistan, playing simultaneously several roles like State President, Foreign Secretary, Minister of Finance, Interior Minister etc. The four permanent residents are: Barbara Repe, Anne Manss, Manaf Halbouni and Christian Manss. They will determine the fortunes of Mobilistan: who is allowed to become a citizen, who gets a visa or where is the temporary location of Mobilistan.
What is a state? What is its territory? Do we accept the way they are defined? Who will need to recognize us, besides us ourselves?
These are questions that keep reappearing in history. A case in point is the Turkish Republic of Northern Cyprus, a de facto state in the north of the island of Cyprus that is not recognized by the international community except for Turkey – but the state does in fact exist. And it is not the only one of its kind: There are South Ossetia, Abkhazia, Artsakh or Transnistria, to name but a few. And, as an example from the realm of art: there is the art collective NSK (Neue Slowenische Kunst) that in 1992 declared their transformation from a collective into a state ("State in Time"). All examples show that to create facts, a declaration of sovereignty as a state is often sufficient, acceptance by some majority is not mandatory. Viewed objectively, a state is nothing more than a social administrative structure.
HI
Königsallee 14
Düsseldorf, Germany
4.5.-28.6.2024
Christian Manss sagt freundschaftlich ungezwungen „HI“, als ob man sich schon länger kennt. Genauso vertraut wirken die Szenerien in seinen Bildern. Obwohl die Landschaften, welche der Dresdner Künstler in seiner neuen Serie „Die Unschuld vom Land“ malt, nur in seinem Kopf existieren. Es gibt keine Vorlage, diese Landschaften sind frei. Doch jeder Betrachter nimmt sie umgehend mit seinen Augen, Gedanken und Erinnerungen in Besitz. Landnahme, Interpretationskolonialismus, Deutungsokkupation, Sinnsuche - der Betrachter unterstellt dem Künstler Ortskenntnis in seinem Universum, obwohl er kaum mein eigenes kenne, wie er sagt. Wir können einfach nicht anders! Wir verorten, besetzen und urteilen. "Wo ist das?
Das sieht doch aus wie...! Verdammter Horizont, komische geometrische Fremdkörper, die surreal sein müssen und in Gold gehaltene Geographie." Sind das wirklich alles nur Behauptungen, Hirngespinste und Fiktionen? Ja! Genau wie jede Landnahme durch Menschen - immer temporär, nie dauerhaft und immer fiktiv. Am Ende nur ein Bild, ein abstraktes Konstrukt in Zeit und Raum.
"VON MEINER WELT IN DEINE"
Wilhelminenstr. 35
Kiel, Germany
24.4.-7.6.2024
Die Gruppenausstellung Von meiner Welt in deine befasst sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Grenzen. Präsentiert werden ausgewählte Werke der Künstler*innen John Sauter, Nina Zahl, Stephan Schieritz, Christian Manss und Nora Manthei. Mittels Lyrik, Bildhauerei, Zeichnung, Malerei und Installation werden die Besuchenden eingeladen, sich mit Grenzen in gesellschaftlichen, politischen und räumlichen Kontexten sowie mit eigenen persönlichen Grenzerfahrungen auseinanderzusetzen. So konfrontiert uns der Lyriker und Rapper John Sauter mit seinen eindringlichen Gedichten aus dem Band Zone mit rassistischen und grenzüberschreitenden Erfahrungen, die der Autor in seiner Kindheit und Jugend als PoC im Erzgebirge erlebt hat. Nina Zahl reflektiert in ihrer Installation aus Fotografien und Keramiken das Verhältnis von Innen und Außen, Natur und Kultur. Über ihre Miniatur-Innenräume realer Stadtansichten werden sowohl Verbindungen als auch Grenzen zwischen den Städten Tel Aviv und Halle sichtbar. Mittels akribischer Schraffur und Linienführung fragt Stephan Schieritz in seiner Zeichnung Kleine Küchenecke nach den Begrenzungen unseres Alltags und greift in Kleiner Turmbau zu Babel die Barrieren von Sprache und Kommunikation auf. In den vielschichtigen Werken von Christian Manss lassen sich kunsthistorische wie historische Zitate finden, die mit dem Blick aus dem Fenster Bezüge zur Nationenbildung und Heimat, selbstgewählten und systemischen Ausgrenzung von Menschen herstellen. Nora Manthei stellt die Kartografie in das Zentrum ihrer eigens für die Ausstellung geschaffene Installation und untersucht so ihre physischen und emotionalen Grenzen als Mutter.
Kuratiert von Ann-Kristin Jürgensen & Anna Elisabeth Widdecke
photos by Dominik Bednarz 2024
Installation "Über die Unschuld vom Land"
9. KÜNSTLERMESSE DRESDEN
Hygiene Museum
Dresden, Germany
22.-24.3.2024

18.11.-31.12.2023 "UNTERSCHICHT“, Galerie Gublia, Essen, Germany(S)
Vom 18. November bis Ende des Jahres zeigt uns der Dresdner Künstler Christian Manss, was er zu verbergen hat.
In seiner neuen Werkreihe “UNTERSCHICHT” nehmen geometrische, schwarze, sich überlagernde Flächen nahezu den gesamten Bildraum ein und lassen nur wenig vom übermalten Sujet erkennen. Tatsächlich erobern diese schwarzen Objekte in den letzten Jahren immer mehr Raum in den Serien von Christian Manss. Doch neben der wachsenden Vorliebe für schwarze, den Vordergrund bestimmende Formen, ist die Erweiterung des Kunstwerkes mit Wort und Vorstellungskraft das zentrale Thema der Werkreihe. Der Titel der Werke erzeugt das übermalte Motiv im Geist des Betrachters. Dabei geht es u.a. um nicht gestattete oder unrealistische Inhalte – von Prüderie über Wunschdenken bis hin zu Gewalt.
Das Bild “Nazis beaten up by the police” spielt exemplarisch mit einem eher unwahrscheinlichen Ereignis vor der sich am Horizont abzeichnenden Kuppel der Ýenidze in Dresden. Sobald der Titel gelesen wird, beginnt die Suche nach Hinweisen im Bild. Man versucht das schwarze, störende Objekt zu entfernen und gleichzeitig manifestiert sich das im Titel beschriebene Bild unweigerlich im Kopf des Betrachters.
Sprache ist schon immer ein Teil der Arbeit von Christian Manss und das Wort bekommt noch mehr Raum. Das Spannungsfeld zwischen dem malerisch verstellten Blick auf eine mit Worten generierte Szenerie und dem undefinierten, abstrakten Werk ist der Kern dieser Serie. Dabei ist Manss die kunsthistorische Nähe zu Künstlern wie Arnulf Rainer, Günther Brus oder Gerhard Richter bewusst und wichtig.
MOBILISTAN
20.9.-17.12.2023 "Vom Teilen. Kunst an der (deutsch-polnischen) Grenze.“ Muzeum Narodowe w Poznaniu (Nationalmuseum Posen), Poland(G)


"VIA"
In 2021, Christian Manss collaborated with the American printer William Haberman in Sweden to produce a series of five lithographs(Edition of 50 each) without being in the same location. The artist in Dresden sent designs for each colour layer of the lithographs to the printer in Tidaholm, Sweden via the internet. Haberman sent test prints via the internet and mail for corrections back to Germany. This process took several months until the artist was satisfied with the test prints and the final prints could be made. The incentive for the project was the travel restrictions during the pandemic and how to conduct an artistic process that heavily relied on communication, colour values and teamwork. Thematically, the works also revolve around stagnation. Cars do not move, boats are in the woods and fountains have no water. The calm is only disturbed by geometric foreign bodies and restless lines.
10.-16. April 2023, Commonground, Coventry, UK
ZWANZIG ist bewusst kein Hörbuch mit klassisch eingesprochenen Gedichten, sondern eine VERTONUNG der einzelnen Texte - mit und ohne Musik - gesungen, geflüstert, geschrien oder erzählt - ein Gesamtwerk von 1 bis 20.
Das Album ist bei Dynamite Platten erhältlich
https://dynamitekonzerte.com/portfolio-item/felix-lueke-christian-mansss-zwanzig/
"Zwanzig ist ein sehr ambitioniertes Projekt, das von allen Beteiligten adäquat umgesetzt wurde und so in mehrfacher Hinsicht anspricht. Es regt zum Nach- und Überdenken von eingefahrenen Mustern an, bewegt ebenso auf rationaler wie emotionaler Ebene. Die Kombination Poesie und Musik zeitigt nicht immer gelungene Ergebnisse, im vorliegenden Fall schon. Das Projekt wirkt nicht überladen, sondern wurde mit viel Sorgfalt und Inspiration von allen Beteiligten verwirklicht. Trotz der Vielschichtigkeit der kunstvoll gestalteten Bilder und Texte, bleibt dem Rezipienten genügend Raum für eigene Gedanken und Gefühle. So entsteht ein Kopfkino, das bei weiterer Beschäftigung mit Wort, Bild, Video und Ton, immer wieder die eigene Wahrnehmung verändert. Zwanzig ist ein außergewöhnliches Projekt für nahezu alle Sinne!"
(truthandliespress, 10.6.22)
Rezension Dr. Teresa Ende:
Lüke spricht die Texte mal ruhig, mal aufgeregt, er hechelt, hetzt oder flüstert.[...] Durch den bewusst vollzogenen Wechsel vom Verfasser zum Interpreten erhalten die Worte neue Sinndimensionen, ja, sie werden zu etwas anderem, obwohl sie per se unverändert sind. Bild, Text und Klang bringen in unseren Köpfen eine weitere, vierte Ebene hervor. Denn da sind nicht nur der treibende Elektrobeat oder die melancholisch-romantischen Melodieläufe, mit denen Lüke das gesprochene Wort unterlegt, er mischt es auch mit dem rhythmischen Ticken einer Uhr, mit dem Summen eines Rasenmähers oder den Störgeräuschen, die durch das Joggen des Sprechers entstehen.
In Lükes Vertonungen kriecht Manss's Unbehagen an Fremd- und Selbstwahrnehmung, zumal an der dauerrauschenden digitalen Bespiegelung, so eindringlich ins Ohr, dass man Gänsehaut kriegt. Dann wieder lacht man laut auf, weil Lüke ironische Zeilen wie "bei hitze/ lieber lauwarm/ schmeckt aber nicht" mit groovigen Basslines unterlegt und eine Wechselrede mit einer Comicstimme inszeniert.
Diese vielschichtige Spirale aus Distanzierung und Neuinterpretation treiben die Projektmacher noch weiter, in dem sie ZWANZIG auf die Bühne bringen.[...] Anders als der Bildschirm ist die Bühne ein Fenster, und Bühnenbild, Requisite und Kostümgestaltung verheißen eine neue, fünfte Ebene.
(DNN, 19.11.22)
Mehr zu ZWANZIG
"Freie Gruppe Hochrhein"
Stella Meris, Christian Manss, Muscha, Hansjörg Bißwurm, Tobias Eder, Kathrin Kunz, Ruth Loibl, Katrin Niedermeier, Peter Schütz
Kunstverein Hochrhein
Bad Säckingen
20.11.-18.12.2022
MOBILISTAN Performance and Film-Screening at "Northeast Southwest"
Robotron-Kantine
Kunsthaus Dresden
05.11.2022
(photos by Anja Schneider)
„LEUCHTEN SOLLST DU. Kunst im Dialog“
Christian Manss / Manaf Halbouni
03.04.2022– 26.06.2022
Thüringer Museum Eisenach
Predigerplatz 2
Die Sonderausstellung “LEUCHTEN SOLLST DU. Kunst im Dialog“ wie auch das Jahresprojekt des Thüringer Museums Eisenach werden vom Förderverein „Freunde des Thüringer Museums Eisenach“ e.V. großzügig unterstützt.
„Das Thüringer Würstchen mit schlechtem Haarwuchs“ und „Der mit den Bussen“ – so würden sich die beiden international tätigen Künstler Christian Manss und Manaf Halbouni scherzhaft selbst beschreiben. Der gebürtige Eisenacher Christian Manss konnte, auf die Anfrage des Thüringer Museums Eisenach, seinen Kollegen Manaf Halbouni für eine gemeinsame Ausstellung gewinnen. Eine bestimmte Werkgruppe von Manaf Halbouni, „Fragments“, kam Christian Manss im Bezug zum Ausstellungsort, der Predigerkirche, sofort in den Sinn. Eine der Arbeiten zeigt in einem Kirchenfenster die Heilige Elisabeth mit der Wartburg im Hintergrund. Es ist intakt, doch es steht alleine, versprengt, mit Sandsäcken bewährt in ein Korsett aus Beton und Stahl gezwängt. Ein Fragment aus der Vergangenheit, welches immer noch leuchtet, besonders in diesen Zeiten. Es könnte keinen besseren Ort für diese Arbeit geben, als die Predigerkirche. Ebenso treten die groß- und kleinformatigen Bilder von Christian Manss farbig leuchtend in den Dialog mit den Kirchenfenstern der Predigerkirche als auch mit den Objekten von Manaf Halbouni. Dieses Miteinander von Bild, Objekt und Raum ist das Ziel der Ausstellung. Denn ohne Dialog und Miteinander bleiben nur Fragmente, wie sie sich in Manaf Halbounis Werken zeigen, oder zerschnittene, beengte und überhöhte Erinnerungen, wie in Christian Manss‘ Bildwelten von New York bis Waldfisch.
Beide Künstler bewegen sich von ihren Häfen, Berlin und Dresden, hinaus in die Welt, kommen wieder, sind irgendwie immer Gäste und brauchen den Abstand zum Leben, um es zu sehen. Diese Position ist keine intime, aber eine emotionale, bisweilen verliebte. Die Suche nach eigenen Materialien, einer eigenen Ausdrucksform, ist beiden ebenso ein Bedürfnis, wie sie die Abneigung einem tradierten, überhöhten Künstlerbild gegenüber teilen. Sie sehen sich eher als Eisverkäufer – Kunst soll lecker sein, aber auch ein wenig Bauchschmerzen machen.
Was die beiden unterscheidet ist, im künstlerischen Sinne, dass der eine, Christian Manss, fast schon zwanghaft versucht, subtil im Werk zu sein, während der andere auf Eindeutigkeit setzt, so wie in der Arbeit “Die Heilige Corona“. Manss hingegen verschleiert die Abgründe in Postkarten-Idyllen – der doppelte Boden im Spiegelkabinett oder so ähnlich. Ein bisschen kompliziert, aber schön. „Der mit den Bussen”, welcher tatsächlich drei Busse vertikal vor die Frauenkirche in Dresden stellte, und “das Thüringer Würstchen mit schlechtem Haarwuchs”, der tatsächlich stundenlang über Würste reden kann, freuen sich über die erste gemeinsame Ausstellung in Thüringen.
MOBILISTAN STATE VISIT TOUR 2021
15.9.21 Berlin - Allianz Forum, Pariser Platz
THE FOUNDATION OF THE STATE OF MOLIBISTAN
16.9.21 Berlin - Deutsches Technikmuseum
17.9.21 Dresden - Kunsthaus
18.9.21 Prague - Úl, Zažít město jinak
19.9.21 Vienna - Heldenplatz
21.9.21 Zagreb - National Theater
23.9.21 Sofia - Alexander Nevsky Cathedral
24.-27.9.21 Istanbul - Mahalla Festival
30.9.21 Istanbul - Kulturakademie Tarabya
18.-21.10.21 Wroclaw - The Eugeniusz Geppert Academy of Art and Design
22.-23.10.21 Kraków - Mocak(Museum of Contemporary Art in Krakow)
18.11.21 Solingen - The Center for Persecuted Arts(Zentrum für verfolgte Künste)
MOBILISTAN - an art project by Christian Manss & Manaf Halbouni
Manaf Halbouni and Christian Manss declared the first mobile state in the world in the limited space of a vehicle on September 15th, 2021 in Berlin.
What is a state? What is its territory? Do we accept the way they are defined? Who will need to recognize us, besides us ourselves?
These are questions that keep reappearing in history. A case in point is the Turkish Republic of Northern Cyprus, a de facto state in the north of the island of Cyprus that is not recognized by the international community except for Turkey – but the state does in fact exist. And it is not the only one of its kind: There are South Ossetia, Abkhazia, Artsakh or Transnistria, to name but a few. And, as an example from the realm of art: there is the art collective NSK (Neue Slowenische Kunst) that in 1992 declared their transformation from a collective into a state ("State in Time").
All examples show that to create facts, a declaration of sovereignty as a state is often sufficient, acceptance by some majority is not mandatory. Viewed objectively, a state is nothing more than a social administrative structure.
Our project MOBILISTAN is to be understood as a purely ART PROJECT dealing with issues of mobility, territorial limits, recognition, marginalization, freedom to travel and the desire to belong. Mobilistan is established on the area of a state limousine, thus forming the territory that can be entered or exited through the doors of the vehicle. Mobilistan has its own flag, anthem and passport. There are four permanent residents of Mobilistan, playing simultaneously several roles like State President, Foreign Secretary, Minister of Finance, Interior Minister etc. The four permanent residents are: Barbara Repe, Anne Manss, Manaf Halbouni and Christian Manss. They will determine the fortunes of Mobilistan: who is allowed to become a citizen, who gets a visa or where is the temporary location of Mobilistan.
The art state MOBILISTAN and its partners, the “Center for Persecuted Arts” and the “Mahalla Festival”, are supported by the Allianz Kulturstiftung and the IFA (Institute for Foreign Relations).
Soloshow:
„Wie Blumen in der Wüste"
Stadtgalerie Radebeul
Radebeul, Germany (S)
3. September - 17. October 2021
Auszug aus "Trügerische Aussichten, kluge Einsichten" (Dr. Teresa Ende, Dresdner Neueste Nachrichten, 13.4.2021)
"(...)Ein Meister des Vielschichtigen im Bild (...)Während des Werkprozesses trägt der Künstler Untermalung, Fotos auf Zeitungspapier, Farb-, Lack- und Lasurschichten kalkuliert übereinander auf, sodass sich die Ebenen miteinander verbinden und einander dabei doch stets ein wenig verunklären. Die Schichten überlagern und durchdringen einander, das jeweils Darunterliegende ist nicht verschwunden, es scheint durch oder wird von Manss bewusst wieder freigelegt, sodass einzelne Elemente – ein Rauchmelder, das Baugerüst vor einer Fassade, die Graffiti eines Bunkers – wie Spuren aus einer anderen Zeit, von einem anderen Ort ins Bild hineingetragen werden. Auf diese Weise entsteht eine Art Schleiereffekt, der den Darstellungen eine große Tiefe und eine sublime Leichtigkeit zugleich verleiht. Zusätzlich reichert Manss die Bildräume mit einzelnen geometrischen Figuren an, die als intensiv farbige oder schwarze Flächen die Illusion des Fensterbildes immer sofort wieder aufheben oder jedenfalls zutiefst verstören – möge die Aussicht eine noch so romantisch konnotierte und überstrapazierte sein, wie im Falle von „Romantisch ist hier nur die Aussicht“. Das Nebeneinander unterschiedlicher Farbintensitäten, Oberflächenqualitäten, Größendimensionen und ‚Temperaturen‘, die Manss in seinen Arbeiten miteinander konfrontiert, verursacht beim Betrachten eine Flimmern, das Auge und Geist keine Ruhe gönnt und manchmal für geradezu dystopisches Unbehagen sorgt, wie in „Das Fest“.(...)"
Christian Manss & Maximilian Kunze
23.3.-30.4.21
Haus der Architekten
Goetheallee 37
01309 Dresden
"VERSCHIEBUNG DER DIMENSION"
(Shifting Dimension)
February 7 - March 14
Freiburg im Breisgau
Germany
find all works here: xyz series
all informations about the show: https://www.g19i.de/de/ausstellungen/christian-manss-verschiebung-der-dimension
curated by Dr. Caroline Li-Li Yi
supported by Stiftung Kunstfonds NEUSTART KULTUR
#stiftungkunstfonds #neustartkultur
Video-Audio-Rundgang durch die Virtuellen Räume der Galerie Marek Kralewski, welche in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Dr. Caroline Li-Li Yi und dem Bildhauer/VR-Architekten Tobias Eder entstanden sind.
Eintritt
(Text: Christian Manss / Musik und Sprecher: Felix Lüke)
Alles wird verschoben / fast jeden Tag ein neuer Plan
Die Aktion ist Reaktion / auf das was Morgen war
Gefühlt zu früh / aber immer spät dran
Die Welt ist flach / bis zum Tellerrand
Oder Bildrand / oder Verstand
Wo ist mein Stand? / Mein Punkt?
Wie immer zwischen den Dingen
Dem Bild, dem Raum, dem Wort und Ton
Kann ich in mein Bild gehen? / Außer in meinem Kopf?
360 nicht flach? / Himmel und Erde statt Wand?
Kann ich dich einladen dort zu stehen?
Und falls ja, was siehst Du dann?
Nie mein Bild / weder hier noch im Raum
Dein Bild / dein Blick in meine Welt
Deine Dimension aus Erinnerung
Welche auf meine aus Form und Farbe fällt
Ich sehe Geschrei am stillen Wasser / Dein Geschrei
Nehme ein Nachtbad in Farbe / hasse das bunte Dorfleben
Und zwar mehr als die Tristesse allein
Mit seinen scharfen Kanten
Ohnemensch ist’s auch ganz schön
Für eine Weile, ohne Theater
Dann baue ich mir Brücken mit lautem Stahl
In die Stille des Ateliers
Lass Farben explodieren
Ohne Rücksicht auf eure Augen zu nehmen
Ich fühle mich frei / entdecke neue Räume, die schon da waren
Ungenutzt, auch ein bisschen langweilig
Aber hey, Standpunkte verschieben sich
Selbst Freejazz klingt jetzt wie / Musik
Ach Revolution, du alte Geste
Du bist nur attraktiv im Jammertal
Livestreams sind wie Foodporn / machen einfach nicht satt
Mein Weg geht / von hier - zu digital - zu digital - zu hier
Bild auf Leinwand - Bild in VR-Galerie
Bild in VR-Ansicht - Bild auf Fotopapier
viermal das Gleiche / ganz anders
Facetten, Verschiebungen / Eintritt und Ausdruck
Artist in Residence at Litografiska Akademin, Tidaholm, Schweden - September 2020(4 weeks)








































































































































































